Weihnachtsträume
»An Weihnachten werden Wünsche wahr. Sagt man zumindest. Doch für mich gilt das nicht. Kein einziger meiner Wünsche hat sich jemals erfüllt. In diesem Jahr sieht aber alles anders aus, denn meine Träume haben sich verändert. Die Frage ist nur, ob an Weihnachten auch jene wahr werden, die dunkel wie eine Winternacht sind. So dunkel wie diese Nacht. Denn heute, genau in diesem Moment, an dem ich nichts mehr habe als die Dinge, die ich an meinem Körper trage, habe ich nur noch einen einzigen Wunsch. Erfüllt sich dieser, ist alles gut …«

Leseprobe
»Nach einer Weile meinte er, nicht nur seine Schritte zu hören. Das Knirschen im Schnee schien sich zu vervielfältigen. Er wollte nicht ängstlich wirken und so verzichtete er für den Moment darauf, sich umzudrehen. Ganze fünf Minuten hielt er das aus, bis ihn das flaue Gefühl in seinem Magen zwang, über seine Schulter zu blicken. Ein Mann. Er lief ein ganzes Stück weiter hinter ihm auf der anderen Gehwegseite. Viel konnte er durch die Entfernung und Lichtverhältnisse nicht ausmachen, aber er war groß, dünn und hatte offenbar lange Haare. Dazu war er in einen langen, schwarzen Mantel gehüllt.«